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Der Begriff Stereotyp wird definiert als „die Verwendung von Charakteren, Motiven und Beschreibungen in einem gleichen Kontext, so daß sie für den Leser einen hohen Wiedererkennungs- bzw. Signalwert haben. Man kann das Stereotyp auch als Versatzstück bezeichnen.“
Die Vorgänger der heutigen Horrorliteratur basieren auf der Gothic Novel aus den Jahren 1764-1820. Gothic bedeutet mittelalterlich, barbarisch und wild bzw. wildromantisch. Die Gothic Novel war die Gegenbewegung zum realistischen Roman, die durch die Erschütterungen in der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ausgelöst wurde. Kennzeichnend für die Gothic Novel und für Kings Bücher ist der Kampf zwischen Gut und Böse, der im Äußeren oder im Inneren ausgetragen wird. Ein frühes Werk aus dieser Zeit von 1818 ist „Frankenstein or the Modern Prometheus“, von Mary Wollstonecraft Shelly, im 19. Jahrhunderts wurden die Werke „Dracula“ von Bram Stoker und „The Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson geschrieben. Die Grundlage für die Gothic Novel bilden alte Legenden, Volksmythen, Überlieferungen, die elisabethanische Tragödie und die deutsche Schauerliteratur. Die Protagonisten dieser Romane sind mittlerweile durch die Filmindustrie ein Mythos unserer Kultur.
Die Weiterentwicklung der Gothic Novel erfolgte durch die Anpassung der Stereotypen an die amerikanischen Verhältnisse durch Hawthorne. Maßgeblichen Einfluß übte auch Poe auf die moderne Horrorliteratur aus. Die Leitmotive Poes sind Isolation, Wahnsinn und der Tod. Das gegensätzliche der Gothic Novel zu Poe ist, das der Tod hier nur den Schlußpunkt bildet, nicht aber das Hauptthema. In diesem Sinne schrieb Poe mehr in der Tradition der Schauerliteratur als in der Tradition der Gothic Novel, deren Inhalt nicht ausschließlich Angst und Schrecken ist.
Einen prägenden Einfluß im 20. Jahrhundert übte H. P. Lovecraft auf die Horrorliteratur aus. Er konstruierte in seinen Kurzgeschichten ganze Glaubens- und Schreckensysteme. Diese Systeme basieren auf der Annahme, daß ehemals fremde Götter die Erde beherrschten und heutzutage wieder versuchen, erneut die Herrschaft an sich zu reißen. Ein göttliches Wesen verwendet King in seinem Roman „Es“. Dieses Wesen ist vor unbekannter Zeit auf die Erde gelangt und bezieht seine Macht aus den Ängsten der Menschen. Durch die Fortentwicklung der Medien, wie Radio und Fernsehen, besteht seitdem eine starke Wechselwirkung von Film- und Horrorliteratur. In diesem günstigen Klima wurde Kings Roman „Carrie“ veröffentlicht und eroberte in Kürze die Bestsellerlisten.
Als Subtext werden in diesem Zusammenhang die Aussagen von Kings Büchern verstanden, die nicht vordergründiger Inhalt der Erzählung sind. Es handelt sich dabei um die im Text enthaltenen unterschwelligen Aussagen über die aktuellen gesellschaftlichen Probleme. Es sind Aussagen, die salopp gesagt zwischen den Zeilen stehen und einen maßgeblichen Anteil an der Angstbildung in Stephen Kings Büchern einnehmen.
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