Die Welt der Ängste  des Stephen King  -    

Die Romane „Stark“, wie auch „Sie“ sind persönliche Einsichten in die phantastische Welt eines Schriftstellers. Sie berichten von den Wechselwirkungen der Phantasie mit der Umwelt, der Umsetzung von Eindrücken und deren Umsetzung in Ideen für Romane.  Der Roman „Stark“ ist ein Abgesang auf das ehemalige Pseudonym Richard Bachmann von Stephen King. King schildert in seinem Roman wie der Schriftsteller Thad Beaumont anspruchsvolle, aber schlecht verkäufliche Literatur schreibt und aus diesem Grunde unter dem Pseudonym Stark gewalttätige Horrorthriller schreibt. Nachdem das Pseudonym von Thad Beaumont enttarnt wurde, wird es symbolisch für die Presse auf einem Friedhof begraben. Das imaginäre Pseudonym wird real und ermordet seine Widersacher, bis Beaumont seine real gewordene dunkle Hälfte buchstäblich zu Tode schreibt. Das lebendig gewordene Pseudonym ist das Äquivalent des vom Jung geprägten Begriffs des Schattens.

 

King gibt den Begriff Schizophrenie eine Gestalt. Die Persönlichkeitsspaltung wird ein eigenständiger Doppelgänger, der seinem äußerlichen Vorbild bis aufs Haar gleicht. Das Innerste, das nun eine Gestalt hat, ist unsere dunkle Seite vor der wir uns fürchten. Das Unbehagen das uns schon durch die Aufzeichnung unserer Stimme und Gestalt wiederfährt, wird durch den außer Kontrolle geratenen Doppelgänger gesteigert. Die Angst, daß ein Doppelgänger in unserem Namen unseres gesellschaftliches Ansehen ruiniert, ist die Angst, daß das Unbewußte die Kontrolle über das Bewußtsein gewinnt. In diesem Fall ist der Subtext persönlicher Natur. Er spricht von der Angst vor unserer eigenen Persönlichkeit. Die „Probeaufführung des Todes“, wie es King nennt, gelingt in diesem Fall am besten, da erst durch den Tod der dunklen Seite sich Thad Beaumont von ihr befreien kann.