Die Welt der Ängste des Stephen King    

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Im Allgemeinen begleiten den Menschen mehr oder weniger Ängste, die sich aus seinem Selbst oder  Umwelt speisen. Die kindlichen Ängste lernen wir im Laufe des Lebens weitgehend zu verarbeiten oder mit ihnen gut zu leben. Im Falle Stephen Kings, bestimmten und bestimmen immer noch diese Ängste eine maßgebliche Rolle in seinem Leben, wie man aus seinem Interviews entnehmen kann. Diese Interviews sind allerdings älteren Datums. Meines Erachtens spiegeln die Romane Kings unter anderen die Verarbeitung seiner Ängste wieder. Die Entwicklung von reinen Horrorgeschichten hin zu realistischeren, ängstigenden Themen bei neueren Romanen, verdeutlicht dies im besonderen Maße.

 

King äußert in dem Vortrag in der Billerica Library, das er Horrorgeschichten als aus dem Grunde des Selbstschutzes schreibt. Dieser psychologischer Schutz besteht in der Annahme, daß man mit dem Schlimmsten rechnen muß, damit es nicht geschehen kann. Die Dinge die ihn ängstigen, wie z.B. Insekten, steckenbleibende Fahrstühle, Flugzeuge und die Dunkelheit, kennen wir selbst auch mehr oder weniger. Stephen Kings Angst vor der Dunkelheit geht aber so weit, daß er nicht ohne  Licht einschlafen kann, da er sich vor dem Ding unter seinem Bett fürchtet. Er verarbeitet seine Ängste durch das Schreiben und kann in allem etwas angsteinflößendes sehen. Er bemerkt, daß andere für die Angstbewältigung statt dessen einen Psychiater konsultieren, er aber großartiger Weise dafür von seinen Lesern bezahlt wird.

 

„Als Schriftsteller kann ich meine Ängste und Unsicherheiten und nächtliche Schrecken auf dem Papier externalisieren. (...) Und dadurch bin ich imstande, mich gestig gesund zu schreiben, wie es (...) Anne Sexton ausgedrückt hat. (...) ist eine alte Technik der Therapeuten: Bringe den Patienten dazu, sich seine Dämonen von der Seele zu schreiben. Ein Freudscher Exorzismus.“

 

„-diese Ängste sind für mich real. Sie gehören nicht zu den Dingen, die mein Leben beherrschen, aber was mir echt Angst macht, ist die Vorstellung, ich könnte eines nachts heimkommen, nach meinen Kindern sehen, Sie wissen ja, daß man immer nach ihnen sieht, wenn man nachts heimkommt, und feststellen, daß eines tot ist.“

 

Stephen King beschreibt in dem Playboyinterview, daß er die stärkste Angst vor dem Tod seiner Kinder, dem Scheitern seiner Ehe sowie vor einem Weltkrieg habe. Im Kindesalter beschäftigte ihn der Tod seiner Mutter, im Jugendalter befürchtete er zeitweise dem Wahnsinn zu verfallen und später, während seiner Ehe, als Schriftsteller zu scheitern 

 

Die Verarbeitung seiner Ängste trifft den Geschmack der Leser, da auch die Leser ähnliche Ängste zu verarbeiten haben, doch Stephen King ist kein Schriftsteller, der nur intuitiv einen Roman erstellt. Er verwendet bewußte stilistische Elemente der Horrorliteratur, der ein konservatives Konzept zu Grunde liegt, des weiteren erarbeitet er einen Subtext während seiner Romanerstellungen.