Die Welt der Ängste  des Stephen King  -    

IIn dem Roman „Friedhof der Kuscheltiere“ kann Louis Creed den Tod seines Sohnes Gage nicht verwinden. Creed, handelt wie Viktor Frankenstein und erweckt Gage wieder von den Toten, indem er Gage auf einen alten verfluchten Indianerfriedhof eingräbt. Nachdem Gage zurückgekehrt ist, handelt es sich nicht mehr um seinen Sohn, sondern um ein Monster wie in der Gothic Novel. King verwendet das klassische Gespenst in „Friedhof der Kuscheltiere“ nur beiläufig. Durch die Erwähnung der Vokabeln düster, schwarz, dunkel, u.a. entsteht eine beklemmende Atmosphäre. Der geistige Zustand von Creed spiegelt sich symbolisch in dem endlosen Wald hinter seinen Haus wieder.

Das Hauptthema von „Friedhof der Kuscheltiere“ ist der Tod und wie wir uns ihm gegenüber verhalten. Ein Thema, das immer wieder Bestandteil der Horrorliteratur und des Horrorfilms ist. Der Tod ist eines der  letzten Geheimnisse unserer menschlichen Existenz, wenn nicht sogar das Letzte. Die moralische Frage, die uns „Friedhof der Kuscheltiere“ stellt, ist die, ob wir die natürliche Endgültigkeit des Todes zulassen, oder ob wir in sie eingreifen sollen. Damit wird Creed, der seinen überfahrenen Sohn wieder zum Leben erweckt, zu einem modernen Frankenstein oder Faust, der der Natur in ihr Handwerk pfuscht. Die fatalen Folgen dabei sind, daß sein Sohn Gage von den Toten zurückkehrt, aber kein emotionales Wesen mehr ist und darüber hinaus keine Moral und Ethik kennt. Das Wiederstreben der Natur wird auch durch den endlosen Wald hinter dem Haus deutlich. Als Creed mit seinem toten Sohn zu dem indianischen Begräbnisplatz gelangen möchte, widersetzt sich der Wald und bildet eine schier undurchdringliche Barriere.

 

Dieser Wald spiegelt die Unverbundenheit der amerikanischen Kultur mit ihrem Land wieder. Im Gegensatz zu den gewachsenen europäischen Kulturlandschaften existieren diese Landschaften nur im geringen Maße in den USA. So zeugen die landschaftlichen Veränderung eher von Zerstörung. Hinzu kommt noch ein Übermaß an Erdbeben, Blizzards, Dürren, Überschwemmungen, Tornados und Heuschreckenplagen.

 

Die Aktualität des Themas zeigt sich besonders in der Gendebatte in der westlichen Gesellschaft. Letztendlich handelt der Subtext in „Friedhof der Kuscheltiere“, von der Manipulation der Natur durch den Menschen und ihre Folgen.