|
Sein Roman „Es“ ist die Krönung seiner Horrorromane. In diesem Werk vereinigt King alle jene Ängste, die einen guten Horrorroman auszeichnen. Zugleich bildet „Es“ ein Abschluß für King. Nach diesem Roman wollte King keine phantastischen Horrorgeschichten mehr schreiben. Zum Teil ist ihm das mit seinen jüngsten Werken, wie „Das „Spiel“ und besonders mit dem Roman „Das „Mädchen“ gelungen.
King schafft mit „Es“ einen neuen Mythos, indem er die alten Mythen zur Leblosigkeit verurteilt. Das sich in seiner Gestalt wandelnde Wesen „Es“, speist sich aus den kindlichen Phantasien und stellt die Ängste der Protagonisten dar. „Es“ verwandelt sich in die klassischen Horrorgestalten verschiedener Filme und entlarvt diese somit als mythologische Kunstgestalten deren Angst sich somit nur noch auf ihre Medien eingrenzt. King schafft hierdurch einen Über-Mythos der uns noch stärker ängstigt. Die traumatischen Kindheitsängste und letztlich der Verlust der Kindheit sind ein zentrale Thema in „Es“.
Das Göttliche an dem Geschöpft „Es“ verdeutlicht sich an seiner Unendlichkeit. „Es“ ist ein Wesen, dessen wahre Gestalt der menschliche Geist nicht zu ertragen vermag und diejenigen die es in seiner Gestalt erblicken verfallen den katatonischen Wahnsinn oder begehen gleich Selbstmord. Bevor „Es“ seine Opfer verschlingt, muß es die schlimmsten Ängste bei den Protagonisten produzieren, indem es ihre schrecklichsten Horrorgestalten schafft, damit das Fleisch seiner Opfer „süß“ wird. Dieser rituelle, grauenhafte Vorgang hat etwas spirituelles. Erst die Tötung von „Es“, dessen Gestalt Stephen King am Schluß des Romans als eine eher harmlos wirkende säugetierhafte Riesenspinne darstellt, führt zu der erhofften Erlösung. So spiegelt das Wesen „Es“ die Tötung Gottes wieder. Einen Gott den wir seit der Aufklärung aus unserem Leben verbannt haben. Eine Besonderheit weist auch die Darstellung des Bösen in Stephen Kings Bücher auf. Das Böse ist nicht ein Phänomen das durch äußere Einwirkungen hervorgerufen wird, sondern es ist eine unabhängige dunkle Kraft die keinen Gegenpol hat. Nur durch die Macht der Freundschaft und des Zufalls gewinnt das Gute über das Böse. Das Böse hat in Kings Romanen eine kosmische Dimension, wobei das Gute nur durch den Menschen vertreten wird.
|
|