Die Welt der Ängste des Stephen King    

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Kings Leben wurde seit seinem Jugendalter von 1966 an von Drogen begleitet, zuerst war es Alkohol, den er während der Abschlußfahrt nach Washington konsumierte, später kam Kokain hinzu. Das Trinken wurde King in den nächsten Jahren zur Gewohnheit. In den ersten zwölf  Ehejahren redete er sich ein, das er „gerne trank“. Er benutzte die Hemingway-Ausrede:

  • „Als Schriftsteller bin ich ein sehr sensibler Zeitgenosse, aber gleichzeitig bin  ich ein Mann, und echte Männer geben ihren Empfindungen nicht nach. Das tun nur Weicheier. Deshalb trinke ich.“
  • Die Ehe der Kings stand vor einer Zerreißprobe, da Stephen King sein Scheitern als Schriftsteller während seiner Lehrerzeit mit Alkohol zu kompensieren versuchte. Ihn trieb die Angst als nichtssagender Schriftsteller und Englisch unterrichtender Higschool-Lehrer sein Dasein zu fristen. Der Verkauf von „Carrie“ war der notwendige kreative und finanzielle Befreiungsschlag für die Kings, doch seine Sucht endete nicht mit dieser Verbesserung.

     

    „Ich habe jede Menge LSD und Peyote und Meskalin eingeworfen, alles in allem mehr als sechzig Trips. Ich würde mich aber niemals für Acid oder andere halluzinogene Drogen stark machen, (...)“

     

    In den frühen 80er Jahren erließ der Staat Maine ein Gesetz für Pfandflaschen und -dosen, deshalb mußte King seine Miller-Lite-Dosen in einen Plastikcontainer in der Garage entsorgen. Das einschlägige Erlebnis nachdem er 1975 „Shining“ geschrieben hatte, bestand in der Feststellung, das der Müllcontainer, der drei Tage zuvor geleert wurde, schon wieder von seinen Dosen gefüllt war. Er bemerkte, das er sein eigenes Schriftstellerleben in „Shining“ verarbeitete hatte. Seit 1985 kam zu der Alkoholabhängigkeit die Drogensucht hinzu. Trotz dieser Mehrfachabhängigkeit – Politoxihomanie - schrieb King weiterhin seine Romane. Er bezeichnet seine Romane „Das Monstrum“ und „Sie“ als Hilfeschrei eines abhängigen Schriftsteller, der sich durch seine Geschichten und ihre Monster äußert. Die extreme Abhängigkeit nach Alkohol und Kokain wird durch die zur Blutstillung notwendig gewordenen Tamponaden für die Nasenlöcher, während der Schaffensphase für „Das Monstrum“ überdeutlich. King steigerte seinen Alkoholkonsum bis er einen ganzen Kasten Bier am Abend konsumierte, so daß er sich bis heute kaum noch an die Entstehung des Romans „Cujo“ erinnern kann. Den Höhepunkt seiner Sucht bildete das Gefühl, das er sich aus dem Leben vertrieben fühlte, da er „nicht mehr trinken und nüchtern sein wollte“. Durch ein Ultimatum und die Geduld seiner Frau Tabby, entweder das Haus zu verlassen oder eine Entziehungskur zu machen, ließ King ca. 1988 von den Drogen ab. 

     

     

    Der Leidensweg von Stephen Kings Kindheit bis zu seiner Abstinenz, erklärt unter anderen, weshalb seine Bücher eine identifizierende Wirkung auf den Leser ausüben. Die existentiellen Ängste und Sorgen kehren als phantastische Monstren und Inhalte wieder ,und lassen den Leser sie als seine eigenen wiedererkennen. Die Möglichkeit, sie auf dem Umweg der Phantasie zu verarbeiten, läßt dem Leser den nötigen Abstand von der Realität, die nun unbedrohlicher wirkt. Die irreale Welt der Literatur ermöglicht deshalb dem Leser, die reale Welt durch seine Phantasie aufzuarbeiten.