|
Der Nebel
Der Film, der Nebel, basiert auf eine Kurzgeschichte von Stephen King. Wie bereits bei „The Green Mile“ (die letzte Meile) und „Die Verurteilen“ hat der Regisseur Frank Darabont in Kooperation mit King einen gelungenen Film geschaffen.
Der Familienvater David Drayton, seine Frau und sein Sohn Jim werden in der stürmenden Nacht von einem durch die Scheibe des Panoramafenster stürzenden Baumes aufgeweckt. Dabei wird seine Auftragsarbeit, ein gemaltes Bild, mit einem Revolvermann und einer Rose zerstört (Dies ist eine Anspielung auf dem dunklen Turm). Die Familie ahnt noch nicht welche Vorboten dieser Sturm voraus sendet. Alsbald erblicken Sie den langsam von den Bergen herunter kriechenden Nebel. In den Bergen ist die geheime Militärbasis, deren Treiben im Ort keiner kennt. Als David mit seinem Sohn Jim in den Wagen steigt, um einzukaufen zugehen, verabschiedet er sich von seiner Frau und betrachtet noch das zerstörte Fenster.
Kurz nach Ankunft im Supermarkt stürmt ein Mann blutverschmiert in den Laden und berichtet völlig verstört, dass etwas im Nebel sei. Die dort befindlichen Menschen sind nun an in dem Supermarkt eingeschlossen. Nach kurzer Zeit erkundet David die Lagerhalle, weil dort ein Generator ausfällt. Er vernimmt dort pochende Geräusche, die sich als Stöße gegen das Rolltor herausstellen. Um den Generator zu reparieren und weil es eine Aufgabe bedeutet, gehen der Techniker und ein Gehilfe der Sache nach. Nach öffnen des Rolltors, packen krakenähnliche Greifarme den Gehilfen und ziehen ihn nach einem Kampf von David und einem Supermarktangestellten gegen das das fremde nicht ersichtliche Wesen, hinaus in den Nebel. Der Tod erschüttet die Eingeschlossenen. Die sich als Predigern berufene Mrs. Carmody, prophezeit das Ende der Welt und liest aus der Offenbarung vor. Mit der Zeit folgen ihr immer mehr der Eingeschlossenen und fordern ein Opfer von den Abweichlern. Parallel hierzu eskaliert auch die Bedrohung durch die unbekannten Wesen aus dem Nebel: Zuerst dringen übergroße tödliche Stichmücken ein, dann folgen diesen, große Flugsaurier anmutenden Wesen, die Hunger auf Menschfleisch verspüren. Auch die Versuche sich von dem Supermarkt zu entfernen scheitern für eine Gruppe. Später als ein Brandopfer wegen der Verteidigung mit selbstgebauten Fackeln zu beklagen ist, wagt sich David mit einigen Supermarktangestellten, einer alten Frau und dem Bruder des verwundeten in eine Apotheke. Dort erwartet sie spinnerte Grauen. Riesige Monsterspinnen, deren Fäden Verätzungen hervorrufen, haben für Ihre Brut, schon einige Menschen in Kokons eingesponnen. Nur mit Verlusten und Mühe kann die Gruppe den Supermarkt wieder erreichen.
Nachdem sich herauskristallisiert, dass das Militär Schuld an dem Grauen hat durch ein außer Kontrolle geratenes Experiment, hetzt die Menge gegen die Abweichler, die nicht an die göttliche Sendung des Schrecken glauben und fordern von David seinen Sohn Jim als Opfer. Als sie im Morgengrauen fliehen möchten, eskalieren die Geschehnisse und die Menge greift sie an. Der Angestellte … klärt die Situation, indem er die hetzende Predigerin in dem Kopf schießt. Hiernach fliehen David, sein Sohn, die Alte Frau und ihr Mann, die junge Frau Amanda und der Angestellte, wobei letzterer von einem Riesenskorpion getötet wird. Sie fahren bis der Tank leer ist und doch findet der Nebel kein Ende. Nur unbegreifliches und der Schrecken einer anderen Welt begegnen ihnen auf der Fahrt bis das Benzin verbraucht ist. Ohne Hoffnung, dass Rettung naht, die Welt wieder in ihre Angeln gehoben wird, beschließt die Gruppe einen Folgenschweren Beschluss: Bevor sie von den Monstern gefressen werden, werden Sie sich erschießen. David hatte seinen Sohn das Versprechen gegeben, dass die Monster ihn nicht fressen werden. Doch sind nur noch vier Patronen da, aber fünf Personen. So beschließen Sie, das er, David alle erschießt. Nachdem er alle erschossen hat und er versucht sich umzubringen lichtet sich der Nebel und Panzer in Begleitung mit Soldaten, die Flammenwerfer schwenken, um das Übel zu vernichten, rollen an ihm vorbei. Verzweifelt auf dem Boden kniend schaut er den geretteten und den Soldaten nach.
Diese schon ältere Novelle von King, fängt wieder den kleinstädtischen Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft ein. Hier werden wieder alle Facetten der amerikanischen Gesellschaft abgebildet, von der guten bürgerlichen Mittelschicht (Der Nachbar von David ist Anwalt) bis hin zu einfacheren gesellschaftlichen Ebenen. Diese Spannung, die nicht nur aus der Angst des unbekannten resultiert, sondern auch aus der sozialen Gemengenlage, kommt hier wunderbar zum Ausdruck. Besonders deutlich wird dies als sich die Gruppe der Eingeschlossenen polarisiert in rationale und emotional Handelnde. Die Mehrheit folgt der prophetischen selbst ernannten Predigern, die die Emotionen anspricht, aber keine Lösungen anbietet. Man könnte dies als Anspielung auf die Bushadministration deuten. Und darüber hinaus als Anspielung an die Bigotterie der Gesellschaft, die in Frömmigkeit ihr Heil sucht, aber in der Extremsituation jegliche Botschaft des Christentums verkehrt. Statt der Moral und Ethik des Christentums zu folgen, werden das Opferritual und der Tanz um das goldene Kalb praktiziert.
King bedient sich hier der klassischen Elemente einer Horrorgeschichte. Das Setting der Geschichte ist in einem undurchdringbaren Nebel angesiedelt, der die vollkommene Isolation der Gruppe erreicht. Indirekt wird der Stereotyp des verrückten Wissenschaftlers bedient, der aber nicht in Erscheinung tritt. Auch das Versagen der Technik als Druckpunkt für die Angst und der Ekel und Angst vor Insekten wird hier ausgekostet. Die kleine Gruppe, die eine Reise, bzw. Metaphorische Reise bestreitet, ist ebenfalls ein bekanntes Element. Auch wenn hier die Entwicklung der Gruppe kein gutes Ende nimmt – für keinen!
Die gesellschaftliche Hoffnungslosigkeit und Degeneriertheit im Subtext steigern zugleich die Aussichtslosigkeit der Eingeschlossen und besonders der Gruppe, mit der man sich wohl identifiziert. Umso härter trifft einem der Schluss, der die Sinnlosigkeit der Tat von David ins unermessliche steigert, da er alle Gefährten, einschließlich seines Sohnes, getötet hat und für sich selbst keine Kugel mehr hat. Als wäre alles nur belanglos, so verrichten die Soldaten in
Routinierter Weise die Vernichtung der Nebelwesen, während David verzweifelt zusieht. Soldaten, die nur ihren Job tun und wieder alles richten, als wäre nichts geschehen.
Ein durchaus gelungener Horrorthriller, der unter die Haut geht und der sein Grauen aus der Mixtur von Ekel und subtilen gesellschaftlichen Verwerfungen bezieht. Hier ist einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre entstanden. Und sowieso, einer der besten Kingfilme seit langem.
|