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Die oberflächliche Betrachtung von „Brennen muß Salem“ zeigt sehr deutlich die klassischen Elemente der Gothic Novel in Kings Buch auf. King erzeugt durch die Anspielungen an das Ursprungsbuch „Dracula“ direkt eine vertraute Atmosphäre. King setzt sogar einige Szenen parallel zu Bram Stockers „Dracula“, so z.B. das Pfählen von Susan Nortan, in Anlehnung an das Pfählen von Lucy Westenra in „Dracula“ oder des Kirchenmanns, Pater Callahan der Blut des Vampirs trinkt, seinet Ähnlichkeit mit der Szene hat, in der Mina Murray Harker die Kommunion von Dracula erfährt. Der Roman spielt nicht in den weit ISBN: 978-3-453-12527-8, Stephen King,
Brennen muss Salem, Heyne 1997
entfernten Kaparten, sondern wie fast alle Romane von King in einer amerikanischen Kleinstadt.
Diese Kleinstadt, Jerusalem‘s Lot, wird von dem Vampir Barlow heimgesucht.
Nach 25-jähriger Abwesenheit kehrt der Schriftsteller Ben Mears in seinen Geburtsort zurück, um über das angebliche Spukhaus, das Marsten Haus, zu schreiben. In seiner Heimatstadt breitet sich unbemerkt die Macht von Vampir Barlow aus. Als die Bedrohung offensichtlich wird, kämpft Ben Mears gegen sie an. Doch der Erfolg des Kampfes bleibt ungewiß.
Das Geisterhaus und Ort alles Bösen in „Jerusalem‘s Lot“ ist das „Marsten Haus“. Es beherbergt den Vampir Barlow, erfüllt aber im Zusammenhang des Romans nur eine untergeordnete Rolle. Der Vampir ist wie in „Dracula“ ein zentraler Stereotyp des Romans. King bedient sich der klassischen Elemente, die vor Vampiren schützen, wie Knoblauch und Weihwasser. Er fügt aber auch Neue hinzu, wie ein Spachtelkreuz und das Waschen mit Weihwasser. Die erwähnten Anlehnungen an den Roman „Dracula“ unterscheiden sich allerdings vom Original. Die Pfählung des Obervampirs Barlow erzeugt nicht erhoffte Erlösung. Jerusalems Lot bleibt ein Hort des Bösen. Die unschuldige Heldin findet ihre Entsprechung in „Susan Norton“ wie Lucy Westenra in „Dracula“. Eine weitere Parallele finden wir in Matt Burke, der eine Anlehnung an „Van Helsing“ aus „Dracula“ darstellt. Der jugendliche Held wird durch Ben Mears wiedergegeben. Es handelt sich bei diesem Charakter nicht um einen Stereotyp, weil dieser Charakter zu weit entwickelt ist und eine Hauptfunktion innerhalb des Romans einnimmt. King enttäuscht bewußt auch die Erwartungen des Lesers, daß Liebespaare von Gefahren verschont bleiben. Hierdurch verstärkt er die Orientierungslosigkeit und schürt die Ängste des Lesers um die Protagonisten.
Die Kleinstadt Jerusalem's Lot aus dem Roman „Brennen muß Salem“ stellt einen Mikrokosmos des amerikanischen Lebens dar, der dem Makrokosmos der amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vorhält. Die Illusion der ländlichen Idylle ist vom moralischen Verfall bedroht. Die Normalität ist in Jerusalem's Lot unter der Oberfläche verkommen. Der Vampirismus in ´Salem´s Lot, steht nicht wie in Bram Stockers „Dracula“ für unterdrückte sexuelle Begierden, sondern für schleichende, begründete Paranoia der moralischen Korruption zu verfallen. Niemand scheint das zu sein was er vorgibt. Diese Angst wird begründet durch die Kommunistenverfolgung und dem Watergateskandal in der amerikanischen Geschichte. Die Opfer des Obervampirs Barlow haben ihre Identität verloren. Das Individuum unterwirft sich somit der Masse und damit der Gleichmacherei. Es beschleicht uns die Angst, ebenfalls Opfer der Korruption zu werden. Die Wurzel der Paranoia liegt nicht darin, daß die Menschen um uns herum die Identität verlieren, sondern das sich Mißtrauen und Angst auch gegen uns richten. So vermittelt uns das Umfeld, das auch bald wir, genauso wie die Anderen, die Kontrolle und Entschlossenheit unsere Identität zu schützen, verlieren werden.
King verwirrt den Leser, indem die Symbole der Sicherheit umkehrt: Mehr
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