Die Welt der Ängste des Stephen King    

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Angst - ein Wort, das für viele mögliche Situationen steht, die uns ängstigen können, seien es Ängste die durch Äußeres verursacht werden oder in unserem Inneren entstehen. Was verbinden wir mit der Angst? Im allgemeinen verbinden wir damit keine angenehmen Erfahrungen und daher stellt sich jeder ein anderes typisches Ereignis, Bild oder Gefühl unter diesem Begriff vor.

Die Angst ist allgegenwärtig, wir können sie nicht aussperren, wir begegnen ihr jeden Tag. So vielleicht am Arbeitsplatz, wenn wir unter Erfolgsdruck geraten, in einer Prüfung, wenn wir denken, die Erwartungen nicht erfüllen zu können oder im Stau, wenn wir schon wieder befürchten müssen, irgendwo zu spät anzukommen.

Aber nicht nur wir persönlich erfahren Angst, auch in der Welt um uns herum geschehen beängstigende Dinge. Wir erfahren von ihnen aus den Nachrichten, durch Erzählungen über Bekannte, Freunde oder Arbeitskollegen, doch trotz dieser Flut an ängstigenden Mitteilungen wollen wir noch mehr von diesem Gefühl in uns aufnehmen. Es reicht nicht, die Nachrichten des Abends zu sehen, nein, wir sehen uns danach noch den „Tatort“, den Thriller oder den Horrorfilm an. Des weiteren nehmen wir uns ein Buch von dem Krimiautor John Grisham und bangen um die wenigen Menschen, die sich mit allen Regeln gegen einen Komplex aus Lügen und Falschheit stellen. Aber um uns nun richtig zu ängstigen, kaufen wir uns ein Buch von einen Horrorschriftsteller wie Dean Koons oder Stephen King. Bekommen wir gar nicht genug?

Was wie eine endlose Kette wirkt, hat jedoch differenzierte Ursachen. Es scheint eher so, das wir die Angst in der realen Welt durch die Angst in der irrealen Welt verarbeiten möchten. Wir bekämpfen Feuer mit Feuer und eine andere Möglichkeit scheint auch nicht gegeben zu sein, weil die Angst zu uns gehört. Sie dient uns als wichtiger Schutzmechanismus, der unser Überleben sichert. Die Welt des Realen scheint eigentlich schon grausam genug zu sein. Warum bedarf es dann eine Welt des Irrealen, die mit Abscheulichkeiten bisher unbekannten Ausmaßes aufbietet? Die Realität des Grauens verbildlicht sich im Krieg, in Katastrophen und im alltäglichen Verkehrschaos. Durch die mediale Präsenz wird das Reale noch bildhaft aufgearbeitet und verstärkt, so daß die Nachrichtenerstattung wie ein Kinofilm oder ein Computerspiel erscheint. Die Verbindung von realen Bildern mit moderner Technik verzerrt das Natürliche und erzeugt ein Produkt, das irrealen Charakter aufweist. Diese Verbindung der zwei Welten wirkt wie eine Paranoia, wo der Mensch nicht mehr zwischen Realität und Wahnsinn unterscheiden kann. Das Irreale läßt uns diesen Wahnsinn auf distanzierte Weise betrachten, ohne das er uns zu Nahe kommen kann. In der irrealen Welt des Romans können wir mit dem Horror experimentieren, so daß wir ihn besser lernen zu verstehen. Die Phantasie und die Vorstellungskraft läßt uns hier die Zeit und den Raum. Etwas was wir verstehen ängstigt uns nicht mehr so stark wie vorher, da wir es analysiert haben, können wir die Gefahr, die uns erwartet, besser deuten.

 

In den folgenden Abschnitten werden verschiedene Aspekte der Angstbildung und Funktion beleuchtet. In einigen Abschnitten wird versucht, Stephen Kings Erzählungen in den jeweiligen Kontext zu setzen.